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Austritte und Urlaub

Sicher kennen Sie diese Situation: Sie geben Ihrem Personalverrechner einen Austritt bekannt und erklären, dass auch die Fristen eingehalten wurden. Sofort kommt eine Email mit der Frage „Und wie viel Urlaub hat der Dienstnehmer noch offen? Der muss nämlich auch bezahlt werden."

 Daraufhin werden Sie völlig zu recht antworten, dass es in Österreich verboten ist, Geld statt Urlaub zu vereinbaren. Aber im Falle eines Austrittes muss nicht konsumierter Urlaub ausgezahlt werden. Bevor allerdings der Wert der Urlaubsersatzleistung berechnet werden kann, muss zuerst geklärt werden, wie viele Urlaubstage denn noch offen sind. Dabei ist vor allem zu beachten, dass Urlaub laut Gesetz 5 Wochen (sogar 6 Wochen, wenn der Mitarbeiter lange bei einem Dienstgeber beschäftigt ist) beträgt und dieser Anspruch grundsätzlich jedes Arbeitsjahr neu entsteht.

Wie wird die Urlaubsersatzleistung berechnet?

Zuerst wird der laufende Urlaubsanspruch anteilig zu der bereits zurückgelegten Dienstzeit ermittelt. Nehmen wir zum Beispiel an, Ihr Dienstnehmer (5 Tage Woche) ist am 01.01.2014 eingetreten und scheidet am 28.02.2015 wieder aus dem Betrieb aus. Für seinen laufenden Urlaubsanspruch müssten wir also den Jahresurlaub von 25 Tagen mit der bereits zurückgelegten Dienstzeit aliquotieren: 25 / 365 x 59 (31 + 28) daraus ergibt sich dann sein laufender Urlaubsanspruch von 4,04 Tagen. Von diesem Wert wird der bereits konsumierte Urlaub im laufenden Jahr abgezogen, während der noch bestehende Resturlaub aus dem Vorjahr addiert wird.

Woraus setzt sich die Urlaubsersatzleistung zusammen?

Für jeden der so ermittelten Urlaubstage erhält der Dienstnehmer nun 1/22 (bei Urlaubsberechnung nach einer 5 Tageswoche) seines laufenden Bezugs. Ebenfalls hinzuzurechnen sind hier zB Sachbezüge für KFZ. Wenn der Dienstnehmer bereits Anspruch auf Sonderzahlungen hat (beispielsweise gibt es in der Gastronomie zwei Monate Wartefrist), bekommt er auch hier einen Anteil pro nicht konsumierten Urlaubstag.

Fazit: nicht konsumierter Urlaub kann bei einem Austritt zu einem großen Kostenfaktor werden.

Wer schreibt hier

Rene3

 

 

 

 

 

 

 

 

René Klampfer hat eine geradlinige Karriere hingelegt. Er ist sozusagen ein Längseinsteiger. Zahlen waren immer seine Welt.

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